Nils Rudolph 06.12.2021

Zehn Gründe für hybrides Arbeiten

Die Frage ist gar nicht mehr ob, sondern wie hybrides Arbeiten im Unternehmen umgesetzt werden sollte. Jedes Unternehmen ist anders, die Voraussetzungen sind andere, die Ziele allerdings nicht, denn es geht immer darum, das Beste für die Mitarbeiter:innen und damit auch für das Unternehmen herauszuholen.
Wir haben zehn gute Gründe für den Umstieg auf hybride Arbeitsmodelle zusammengestellt. Sie mögen in ihrer Gewichtung variieren, gültig bleiben sie jedoch unabhängig von Unternehmen und Branche. Natürlich nur soweit, wie die eigentlichen Arbeitsplätze hybrides Arbeiten überhaupt zulassen.

I. Hybride Arbeitsplätze bringen mehr Flexibilität im Einsatz der Mitarbeiter:innen.

Wer hybrid arbeiten kann, also standortunabhängig Zugriff auf Kommunikationstools und Daten hat, kann situationsbedingt entscheiden, wo er oder sie arbeitet. Das muss gar nicht im Homeoffice sein. Auch im Hotel, auf dem Flughafen oder beim Kunden können Mitarbeiter:innen jederzeit ihren Beitrag leisten.

II. Teams werden agiler, Projekte lassen sich durch optimierte, dezentrale Kommunikation schneller umsetzen.

Kein langes Suchen nach einem freien Konferenzraum, der „Beamer“ funktioniert immer und gemeinsame Termine sind ohne Anreise schnell gefunden. Virtuelle Meetings beschleunigen die Zusammenarbeit in Teams, da diese auch ohne großen Organisationsaufwand durchgeführt werden können.

III. Hybrides Arbeiten macht Unternehmen attraktiver für neue - insbesondere junge – Mitarbeiter:innen.

Qualifizierte, engagierte Mitarbeiter:innen sind in vielen Branchen rar. Da die Digital Natives mit Video und Messenger aufgewachsen sind, möchten Sie diese auch im Job nicht missen. Außerdem legen sie viel mehr Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. Mit hybriden Arbeitsumgebungen bieten Unternehmen beides.

IV. Mehr Flexibilität und die weitgehend selbstbestimmte Wahl des Arbeitsortes steigert die Zufriedenheit und damit auch die Loyalität der Mitarbeiter:innen.

Erfolgreiches Arbeiten in hybriden Umgebungen setzt vor allem eins voraus: Vertrauen. Damit schaffen Unternehmen nicht nur die Grundlage für mehr Produktivität, sie binden auch die Mitarbeiter:innen an das Unternehmen. Der Weg dorthin braucht Zeit, moderne Kommunikationstechnologien und die richtige Strategie. Dies umzusetzen ist eine der Hauptaufgaben für Teamleader:innen und Führungskräfte. Ein paar Tipps dazu finden Sie hier >>>

V. Arbeits- und Privatleben lassen sich besser zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance verbinden.

Wo hybrides Arbeiten möglich ist, lassen sich Beruf und eigene Interessen besser verbinden. Das kann die Arbeit am persönlichen Lieblingsort sein, mehr Sport oder weniger Zeit in Bussen und Bahnen. Allein die Freiheit, mehr Gestaltungsspielraum zu haben, motiviert und macht Mitarbeiter:innen zufriedener.

VI. Familie und Beruf können besser aufeinander abgestimmt werden.

VI. Familie und Beruf können besser aufeinander abgestimmt werden. Familien funktionieren im Grunde genommen wie kleine Unternehmen. Beschaffung, Organisation und Führung bestimmen (etwa salopp gesagt) das Leben von Eltern. Da hilft jedes bisschen mehr Gestaltungsspielraum. Die Kita zu? Dann arbeitet eben jemand von zuhause. Mal zwischendurch einkaufen? In der Mittagspause im Homeoffice durchaus möglich. Schon diese kleinen Dinge reduzieren Stress in Familien.

VII. Durch neue Arbeitsformen reduziert sich der Platzbedarf in Unternehmen, die dadurch Mietkosten sparen können.

Der traute Schreibtisch mit Pflanze und Familienbild weicht in vielen Unternehmen beweglichen Arbeitsplätzen, die je nach Bedarf genutzt werden. In einer agilen Arbeitswelt arbeitet ständig ein Teil der Mitarbeiter:innen mobil oder aus dem Homeoffice. Der frei gewordene Platz kann und sollte anders genutzt werden. Wie so etwas aussehen könnte, lesen Sie hier >>>

VIII. Veraltete, statische und siloartige Strukturen werden - falls noch vorhanden - auf natürliche Weise aufgebrochen und durch agile, dynamische Prozesse ersetzt.

Hybride Strukturen müssen aufgebaut und eingeführt werden. Sie funktionieren nur, wenn alte Strukturen aufgebrochen und neu gedacht werden. Virtuelle Teams funktionieren prima, wenn sie gut geführt und motiviert werden. Intensive Kommunikation, Co-Working-Spaces und projektbezogene Teams bilden eine solide Basis für agile Unternehmen.

IX. Höhere Gesundheitsprävention.

Die freie Wahl des Arbeitsortes und weniger Lärm im Großraumbüro reduzieren den Stress-Level, dem Mitarbeitende ausgesetzt sind. Ein wesentlicher Faktor für die psychische Gesundheit. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter:innen schon bei geringen Infektionssymptomen von zuhause arbeiten können. Dadurch sind sie weiter produktiv, stecken aber niemanden im Unternehmen an.

X. Wer hybrides Arbeiten standardisiert, reduziert Umweltbelastungen durch weniger Dienstreisen und Berufspendler:innen.

Letztendlich kommen viele der oben genannten Vorteile nicht nur den Mitarbeiter:innen und den Unternehmen zugute, sondern uns allen. Denn ob Dienstreise, Pendler oder Berufsverkehr - jeder Kilometer, den Flugzeug, Auto oder Bus zurücklegen, schont auch die Umwelt.

Sie sehen, es gibt viele Gründe für hybrides Arbeiten. Der Weg dorthin ist ein Prozess, der gut geplant und sorgfältig umgesetzt werden sollte. Es lohnt sich jedoch, denn am Ende profitieren alle Beteiligten von mehr Hybrid Happiness.

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Nils Rudolph

Nils Rudolph ist freier Journalist, Autor und Fotograf. Er konzentrierte sich schon ab Mitte der 90ger Jahre auf Online-Dienste. So war er maßgeblich an den ersten Online-Aktivitäten des Springer Verlags und der Bertelsmann AG beteiligt. Zur Jahrtausendwende wechselte er als Leiter Content zu CompuServe Deutschland und baute später das Kundenportal von Arcor auf, bevor er 2001 als Mitgründer und Vorstand Content die inhaltliche Ausrichtung der Cocomore AG gestaltete. Seit 2005 arbeitet Nils Rudolph freiberuflich als Autor und Medienproduzent in den Bereichen Telekommunikation, Teamwork, Zusammenarbeit und Motivation.

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