Uwe Pranghofer24.08.2021

Digitalisierung der Patientenkommunikation in Kliniken

Bei der Diskussion um die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird der aktuelle Stand in Kliniken häufig vergessen. Eine neue Studie des Marktforschungsinstituts YouGov, die von Avaya in Auftrag gegeben wurde, zeigt hier einen großen Nachholbedarf. Die Studie untersuchte unter anderem, wie stark digitale Kommunikationslösungen in deutschen Kliniken zum Einsatz kommen – mit teils spärlichen Ergebnissen. So empfindet beispielsweise fast die Hälfte (44 %) aller Befragten, dass digitale Kommunikationsmöglichkeiten eher schlecht bzw. sehr schlecht verfügbar sind.

In den meisten Kliniken kommunizieren Patient:innen ihre Bedürfnisse nach wie vor über die klassischen Kanäle, insbesondere die Patientenklingel. Das Pflegepersonal wiederum erhält über den Stationsalarm, einen Pager oder ein Mobilgerät nur eine Information über den Patientenruf, nicht dessen Natur. So kann das Personal nicht auf Anhieb zwischen medizinischem und nicht-medizinischem Bedarf unterscheiden. An dieser Stelle würde der Einsatz digitaler Kommunikationslösungen dabei helfen, wichtige Ressourcen wie Zeit und Facharbeitskraft einzusparen. Patient:innen könnten dadurch ihr Anliegen direkt kommunizieren. Das würde dem Personal die Möglichkeit geben, Anfragen nach Dringlichkeit zu priorisieren und gegebenenfalls an nicht-medizinisches Personal zu delegieren.

Um die Patientenkommunikation und somit auch das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Patient:innen zu verbessern, müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Die Befragten sehen vor allem großen Verbesserungsbedarf hinsichtlich des Internetzugriffs. Fast ein Drittel der Befragten kritisieren eine nicht ausreichende WLAN-Verfügbarkeit, 38 % bemängeln die schlechte Internetgeschwindigkeit und -stabilität. Diese Probleme müssen Pflegeinstitutionen adressieren und verbessern, um eine optimal digitalisierte Patientenkommunikation anbieten zu können.

Weiterhin werden sowohl finanzielle als auch personelle Knappheit als große Hürden der Digitalisierung genannt. Jedoch könnten digitale Lösungen gerade an dieser Stelle unterstützen, indem sie dabei helfen, Kosten und Zeit einzusparen. Die Studie zeigt außerdem, dass 43 % der Befragten generell eine Investition in digitale Lösungen befürworten.

Was können Kliniken also jetzt tun? Im ersten Schritt ist es wichtig, eine Grundlage zu schaffen und die generelle Internetversorgung zu verbessern. Darüber hinaus sollten sie genau prüfen, wie sie gezielt Kommunikationslösungen einsetzen können, die sowohl für Personal als auch Patient:innen einen Mehrwert bieten. Avayas Medial App etwa bietet eine Vielzahl an Features, die im hektischen Klinikalltag unterstützen können. Patient:innen können mithilfe der App beispielsweise Mahlzeiten bestellen oder ihren Fernseher individuell bedienen. Außerdem können sie direkt an das Personal kommunizieren, wenn sie eine Flasche Wasser oder ein weiteres Kissen benötigen. Solche Aufgaben kann nicht-medizinisches Per-sonal übernehmen, sodass dem medizinischen Personal mehr Zeit für die medizinischen Bedürfnisse der Patient:innen bleibt.

Avayas aktuelle Studie veranschaulicht deutlich, dass deutsche Kliniken ihre Digitalisierung weiter stark vorantreiben müssen. Vor allem die Patientenkommunikation ist an vielen Stellen noch ausbaufähig. Diese zu digitalisieren würde es Patient:innen ermöglichen, flexibler und einfacher mit dem Krankenhauspersonal zu kommunizieren und Wünsche schneller zu äußern. Dadurch kann das medizinische Fachpersonal entlastet werden und gewinnt somit wichtige Zeit, die in die Pflege der Patient:innen zurückinvestiert werden kann. Eine digitalisierte Patientenkommunikation schafft für alle Beteiligten einen angenehmeren Klinikaufenthalt.

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Uwe Pranghofer

Uwe Pranghofer verantwortet bei Avaya als Head of Healthcare Business den Bereich Gesundheitswesen in Deutschland. Mit den Bereichen Sales, Sales Engineering, Sales Specialists und Produktmanagement ist sein Team maßgeblich daran beteiligt, neue kundenorientierte Lösungen für das Gesundheitswesen zu finden, die Mitarbeiter:innen und Patient:innen gleichermaßen zu Gute kommen sollen. Die Digitalisierung von Kommunikationsprozessen im klinischen Alltag sieht er als eine der wichtigsten Aufgaben in den nächsten Jahren, damit die Gesundheitseinrichtungen in Deutschland den Europäischen Standard erreichen können

Artikel von Uwe Pranghofer